Der Ahwazische Verein für Menschenrechte e.V. äußert seine tiefe Besorgnis über die Eskalation der sicherheitsdienstlichen Verfolgung und der willkürlichen Verhaftungen von arabischen Bürgern in der Region Ahwaz. Der Verein warnt vor der fortgesetzten Politik des gewaltsamen Verschwindenlassens und der Verwendung konstruierter Anschuldigungen gegen Inhaftierte.
Der Verein hat das anhaltende Fehlen von Informationen über das Schicksal des jungen Ahwazi Ismail Bawi (20 Jahre alt), Sohn von Abbas, dokumentiert. Er lebt im Dorf „Wahaib“ (bekannt als Islamabad 2) an der Straße zwischen Ahwaz und Abadan.
Mitte März 2026 (Mitte Esfand 1404) stürmten Sicherheitskräfte das Haus seines Vaters, nahmen ihn fest und brachten ihn an einen unbekannten Ort. Seitdem gibt es keinerlei Kontakt zu ihm. Seine Familie hat keine Informationen über seinen Aufenthaltsort, seinen Gesundheitszustand oder die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Dies verstärkt die Sorge vor gewaltsamem Verschwindenlassen oder physischem Druck zur Erpressung von Geständnissen.
Diese Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund massiver Sicherheitsmaßnahmen. Das iranische Geheimdienstministerium gab vor wenigen Tagen die Festnahme von zwei Bürgern aus der Stadt Hoveyzeh bekannt und beschuldigte sie der „Zusammenarbeit und Spionage für Israel und die Vereinigten Staaten“.
Der Ahwazische Verein für Menschenrechte e.V. ist der Ansicht, dass diese Anschuldigungen oft als politischer Vorwand dienen, um die systematische Unterdrückung von ahwazischen Aktivisten und Bürgern zu rechtfertigen. Der Verein befürchtet, dass das Schweigen der Behörden über das Schicksal von Ismail Bawi ein Vorbote dafür ist, ihn in ähnliche Sicherheitsverfahren einzubeziehen, die jegliche Standards eines fairen Verfahrens vermissen lassen.
Der Ahwazische Verein für Menschenrechte e.V. macht die iranischen Behörden vollumfänglich für das Leben und die Sicherheit aller Inhaftierten verantwortlich und fordert:
Die unverzügliche Offenlegung des Schicksals von Ismail Bawi und der Inhaftierten aus Hoveyzeh.
Die Gewährleistung des Rechts der Inhaftierten, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen und Zugang zu einem unabhängigen Rechtsbeistand zu erhalten.
Das Eingreifen internationaler Gremien, insbesondere des UN-Sonderberichterstatters, um den Druck auf Teheran zu erhöhen, diese ethnisch und politisch motivierten willkürlichen Verhaftungen zu stoppen.