Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. berichtete unter Berufung auf dokumentierte Ahwazi-Quellen, dass das Revolutionsgericht in Ahwaz, der Hauptstadt, harte Urteile gegen eine Reihe arabischer Ahwazi-Politikgefangener verhängt hat, angeführt vom politischen Gefangenen Seyed Mohammad Mousawi, der in Abteilung fünf des Zentralgefängnisses (Sheiban) in Ahwaz inhaftiert ist.
Laut den vorliegenden Informationen wurde am 3. Januar 2026 ein Todesurteil gegen Seyed Mohammad Mousawi, ursprünglich aus dem Bezirk Al-Falahiyah (Auf Persisch = Schadeghan), wegen der Anklage „direktes Töten“ von Oberst Abdulhossein Majdami verhängt.
Im selben Fall wurden parallel zum Todesurteil auch Haftstrafen gegen andere Angeklagte verhängt, wobei Uday Mniyat wegen „Mittäterschaft am Mord“ zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt wurde und Amer Majasbeh, aus Mohammara (Auf Persisch = Koramschahr ) stammend und im Sheiban-Gefängnis inhaftiert, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
Darüber hinaus wurden gegen mehr als zehn weitere Angeklagte im selben Fall Haftstrafen von 3 Jahren verhängt.
Es wird darauf hingewiesen, dass Oberst Abdulhossein Majdami, Kommandeur einer der Basij-Einheiten in der Stadt Darkhwin, in der Morgendämmerung des 22. Januar 2020 bei einem bewaffneten Angriff unbekannter Täter vor seinem Haus getötet wurde. Es ist erwähnenswert, dass die Basij-Kräfte als einer der Arme der iranischen Revolutionsgarde gelten, die in vielen Ländern weltweit als terroristische Organisation eingestuft ist. Lokale Berichte weisen zudem darauf hin, dass Majdami den Qasem Soleimani nahestand und eine herausragende Rolle bei umfangreichen Verhaftungskampagnen spielte, die Frauen in der Region unter dem Vorwand von Verbindungen ins Ausland ins Visier nahmen, was zu weit verbreiteter öffentlicher Wut und Empörung führte.
Fehlende Transparenz und Verletzung rechtlicher Verfahren
Quellen geben an, dass die erlassenen Urteile in nichtöffentlichen Gerichten, an unbekannten Orten und durch nicht transparente Verfahren erfolgten, was ernsthafte rechtliche Probleme aufwirft, da die Angeklagten von öffentlichen und unabhängigen Verfahren ausgeschlossen wurden. Das Fehlen jeglicher fairer gerichtlicher Garantien macht diese Gerichte unfair.
Darüber hinaus ist das Revolutionsgericht eine der Institutionen der iranischen Revolutionsgarde, was es politisch und rechtlich nicht unabhängig macht, und daher fehlen den von ihm erlassenen Urteilen jegliche rechtliche Legitimität und sie gelten als Instrument der politischen Unterdrückung gegen das ahwazische Volk.
Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. verurteilt das Todesurteil gegen den politischen Gefangenen Seyed Mohammad Mousawi auf das Schärfste, betrachtet es als eklatante Verletzung des Rechts auf Leben und als Teil der systematischen Unterdrückungspolitik, die die iranischen Behörden gegen das arabische ahwazische Volk betreiben.
Die Organisation betont auch, dass die Erzwingung von Geständnissen unter Druck, das Fehlen fairer Prozesse und die Nutzung der Justiz als politisches Instrument diese Urteile rechtlich ungültig und menschlich nicht legitim machen und hält die iranischen Behörden für deren Folgen voll verantwortlich.
Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V.