Die Ahwazische Menschenrechtsorganisation hat in einer offiziellen Stellungnahme ihre tiefe Besorgnis über die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen geäußert, denen der politische Gefangene Youssef Sawary, ein arabischer Ahwazi, derzeit im Sheyban-Gefängnis in Ahwaz ausgesetzt ist. Insbesondere prangert die Organisation die vorsätzliche medizinische Vernachlässigung und die systematische Repression durch die iranischen Behörden an, welche das Leben des Gefangenen akut gefährden.
Zuverlässige Menschenrechtsquellen berichteten, dass sich Sawarys Gesundheitszustand seit dem 23. September 2025 drastisch verschlechtert hat. Der Gefangene leidet unter wiederholten schweren Atemnotanfällen, während die Gefängnisleitung die Überstellung in ein Krankenhaus kategorisch verweigert – ein Verhalten, das sein Leben ernsthaft in Gefahr bringt.
Youssef Sawary wurde am 8. November 2018 von iranischen Sicherheits- und Geheimdienstkräften verhaftet und in die Einzelhaft der Geheimdiensteinheit in Ahwaz überführt. Dort wurde er wochenlang physisch und psychisch gefoltert, mit dem Ziel, erzwungene Geständnisse zu erlangen – ein grober Verstoß gegen internationale Rechtsstandards.
In einem Prozess, der laut der Ahwazischen Menschenrechtsorganisation jegliche Standards eines fairen Verfahrens vermissen ließ, wurde Al-Sari vom sogenannten Revolutionsgericht, das unter Kontrolle der Revolutionsgarden steht, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Anklagen – darunter „Zusammenarbeit mit ahwazischen Gruppen im Exil“ und „politische Aktivitäten“ – gelten als konstruiert und dienen regelmäßig als Vorwand zur Kriminalisierung ahwazischer Aktivisten.
Die Organisation betont, dass die Behandlung von Youssef Sawary einen klaren Verstoß gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) darstellt, dem der Iran als Vertragsstaat beigetreten ist – insbesondere gegen Artikel 7 und 10:
Artikel 7: „Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.“
Artikel 10: „Alle Personen, denen die Freiheit entzogen wurde, sind mit Menschlichkeit und mit Achtung der dem Menschen innewohnenden Würde zu behandeln.“
Das Verhalten der iranischen Behörden widerspricht nicht nur diesen internationalen Verpflichtungen, sondern auch grundlegenden humanitären Prinzipien.
Die Ahwazische Menschenrechtsorganisation ruft die Vereinten Nationen, alle zuständigen internationalen Menschenrechtsorganisationen – insbesondere Amnesty International und Human Rights Watch – sowie die internationale Gemeinschaft dazu auf, sofortigen Druck auf die Islamische Republik Iran auszuüben, um:
die unverzügliche Freilassung von Youssef Sawary zu erreichen,
eine dringende medizinische Versorgung sicherzustellen,
und eine unabhängige Untersuchung der Misshandlungen und der Haftbedingungen einzuleiten.
Die Fortsetzung seiner Inhaftierung unter den aktuellen Umständen stellt ein juristisches, ethisches und humanitäres Verbrechen dar und darf von der Weltgemeinschaft nicht unbeachtet bleiben.