Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. (A.O.H.R) äußert ihre tiefe Besorgnis über die willkürliche Verhaftungswelle, die von den iranischen Behörden in Ahwaz durchgeführt wurde und mehr als zweihundert (200) Bürger betroffen hat.
Diese Verhaftungswelle fiel zeitlich mit dem israelisch-iranischen Krieg zusammen und ging einher mit der Verhängung eines strengen Sicherheitszustands in den Städten von Ahwaz. Ziel war es, die Bevölkerung einzuschüchtern, Angst zu verbreiten und jegliche friedliche Bewegung gegen die aggressiven politischen Maßnahmen der iranischen Behörden in Ahwaz zu unterdrücken.
Der Zeitpunkt der Verhaftungen, die mehrere Städte in Ahwaz betrafen (darunter Ahwaz-Stadt, Fallahiya, Toster, Susa, Mohammareh, Abadan, Ma’shour und Salehiya), deutet darauf hin, dass die iranischen Behörden den israelischen Angriff als Vorwand nutzen, um Aktivisten der Zivilgesellschaft und politische Aktivisten des Spionage, der Spionagekontakte und der Verbreitung von Falschinformationen zu bezichtigen – mit dem Ziel, die ahwazische Bevölkerung einzuschüchtern und von friedlichem Widerstand gegen die staatliche Repression abzuhalten.
Der iranische Generalstaatsanwalt Amir Khalafian gab zu, dass in Nord-Ahwaz (Khuzestan) mindestens 120 Ahwazis verhaftet wurden. In den Provinzen Buschehr, Hormozgan (Bandar Abbas) und Ilam wurden zudem mehr als 80 Personen festgenommen.
Laut Khalafian hätten alle Inhaftierten gestanden, für Israel spioniert und sicherheitsgefährdende Informationen verbreitet zu haben. Gegen 23 von ihnen seien bereits harte Urteile durch das Revolutionsgericht verhängt worden, ohne dass über die Art dieser Urteile nähere Informationen bekanntgegeben wurden.
Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. (A.O.H.R) betont, dass die vom Generalstaatsanwalt und den iranischen Geheimdiensten vorgebrachten Anschuldigungen gegen die Inhaftierten fabriziert und völlig unbegründet seien. Die “Geständnisse” seien unter physischer und psychischer Folter erzwungen worden – ein klarer Verstoß gegen internationale und humanitäre Gesetze, die die Erzwingung von Aussagen durch Folter streng verurteilen.
Seit dem israelischen Angriff auf den Iran hat der iranische Geheimdienst der Revolutionsgarde über die Verhaftung von mehr als 705 Personen im ganzen Land berichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, zumal täglich weitere Festnahmen gemeldet werden.
In diesem Zusammenhang kündigte auch die iranische Justizbehörde (ein Teil des Revolutionsgardens) durch ihren Sprecher Asghar Jahangir an, dass man “Spione und Söldner” mit aller Härte bestrafen werde – ein weiteres Indiz für den fehlenden Schutz der Justiz vor politischem Einfluss und für den Mangel an Unabhängigkeit und Transparenz im iranischen Rechtssystem.
Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. (A.O.H.R) verurteilt aufs Schärfste diese willkürlichen Massenverhaftungen sowie die gegen die Betroffenen erlassenen Urteile, die ohne faire, transparente, unabhängige oder öffentliche Gerichtsverfahren gefällt wurden.
Der verein (A.O.H.R) fordert alle unabhängigen internationalen Menschenrechtsorganisationen – sowohl staatliche als auch nichtstaatliche –, insbesondere den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, Amnesty International und Human Rights Watch, zum sofortigen Handeln auf, um das Leben der Gefangenen zu retten und Informationen über deren Haftorte offenzulegen.