أيلول/سبتمبر 04, 2026

Ansprache auf der ahwazischen Demonstration am 24. Juli 2021 in Hamburg

Seit der militärischen Besetzung und Annektierung seines Staates Al-Ahwaz durch Persien im Jahr 1925 leidet dieses arabische Volk unter zunehmender Entrechtung und Unterdrückung sowie an der Ignoranz (Wegschauen) der internationalen Gemeinschaft.

Die Iranische Okkupation ist ein Siedlerkolonialismus schlimmster Art. Systematisch betreibt sie eine Politik der Beseitigung der kulturellen Identität der 14 Millionen zählenden arabischen Bevölkerung und ihre zwangsweise Umsiedlung und Persisierung. Die Einwohner wurden und werden weiterhin systematisch entrechtet, unterdrückt, verarmt, fragmentiert und verstreut. Ihre Naturressourcen wurden ausgeplündert und ihre Existenzgrundlagen zerstört. An sich ist das große Land Al-Ahwaz naturreich: grosse Reserven von Erdöl, Erdgas und anderen Rohstoffen sowie Süsswasser, fruchtbaren Böden usw. Aber die Iranischen Besatzer beschlagnahmten riesige Agrarländereien, veränderten den Wasserlauf bestehender Flüsse, leiteten das Wasser durch Staudämme und Kanäle in ihre eigenen Städte und verursachten lebensgefährliche Umweltverschmutzungen. Sie verboten den Arabern landwirtschaftliche Tätigkeiten, schlossen ihre Schulen und diskriminierten sie bei der Verteilung von Arbeitsplätzen im staatlichen wie im privaten Sektor.

 Fast alle Menschenrechte wurden missachtet. Die Einwohner dürfen nicht einmal ihre Muttersprache (Arabisch) lernen und pflegen. So verbreiteten sich bei der arabischen Bevölkerung Arbeitslosigkeit, Analphabetentum, Armut und Krankheiten. Und das in einer Zeit, in der die Staaten der Welt wetteifern bei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Bürger!

 Die jüngste Entwicklung konzentriert sich auf die Umleitung der acht Flüsse von Al-Ahwaz in ausgewählte zentraliranische Städte, darunter Isfahan, Yezd, Qumm und Samnan. Für diesen Zweck wurden 118 Staudämme errichtet. Das Projekt Behesht-Abad, um nur ein Beispiel zu nennen, transferiert jährlich 1,1 Mrd Kubikmeter Wasser vom ahwazi Fluß Karun nach Isfahan. So wurde also das lebenswichtige Wasser (für Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Bewässerung) dem ahwazischen Volk einfach weggestohlen. Damit drohen hier Verdurstung und Austrocknung der Agrarböden. Andere katastrophale Folgen sind Zerstörung der Umwelt und der Infrastruktur sowie Verbreitung der Desertifikation, der Armut und der ansteckenden Krankheiten. Diese Folgen wurden und werden auch noch durch die Korona-Pandemie weiter verschlimmert.

 Wie bei den anderen früheren Krisen reagierte das arabische ahwazi Volk mit Massenprotesten und Massendemonstrationen in den Städten Al-Khafajiya, Al-Bsaitin, Al-Hamidiya usw. Die Antwort der Regierung war wieder brutale Gewaltanwendung, nämlich scharf schießen. Es gab Hunderte von Toten, Verletzten, Entführten und Inhaftierten. Die Massenmörder kamen von den Sicherheitskräften, den sogenannten Revolutionären Guarden und den Baseej. Das faschistische Mulla-Regime war bestrebt, die friedlichen Proteste zu militarisieren, damit ein Massenmord an Zivilisten ermöglicht wird.

 Ist es nun verwunderlich, dass das ahwazische arabische Volk gegen diese verbrecherische Politik revoltiert? Aber jeder Protest wurde und wird mit äusserster brutaler Gewalt unterdrückt.   Dazu nur ein Beispiel: Als 2005 ein Plan von Staatspräsident Khatemi bekannt wurde, der die zwangsweise Umsiedlung von neun Millionen Arabern innerhalb von 10 Jahren vorsah, organisierten die Ahwazis Massenproteste und Demonstrationen. Das Regime reagierte mit blutiger Unterdrückung: Es wurden 220 Zivilisten getötet und

  • inhaftiert! Politische Häftlinge wurden und werden in den Gefängnissen gefoltert, viele von ihnen ohne Gerichtsverhandlung   Von Menschen- und Bürgerrechten keine Spur! Bisher wurden über 20 solche größeren Aufstände brutal niedergeschlagen.

 Heute demonstrieren die Ahwazis wieder in vielen europäischen und anderen Hauptstädten. Sie überreichten den Regierungen, Parlamenten und UNO- Suborganisationen Dokumente über die rassistische Entrechtungs- und Unterdrückungspolitik der persischen Besatzer und forderten: Die Verbrecher vor das Internationale Strafgericht stellen !! In der Tat ist Iran heute aufgrund seiner aggressiven expansionistischen Politik gegen die arabischen Länder regional isoliert.

 

Unsere Forderungen:

  • Unterstützen Sie die Befreiung/Rettung des ahwazischen Volkes und die Anwendung seines Selbstbestimmungsrechts !

 

  • Anerkennung des legitimen Widerstands gegen die Besatzungspolitik!

 

  • Beendigung der Politik der ethnischen Säuberung und Umsiedlung, der Umleitung der Flüsse und der Desertifikation ahwazischer Gebiete, der Kulturzerstörung sowie der Entrechtung und Unterdrückung !

 

  • Geben den ahwazi Bauern genügend Bewässerungswasser! Und entschädigen Sie die betroffenen planmäßig Bauern !

 

  • Freilassung aller politischen Häftlinge !

 

  • Die persischen politischen Verantwortlichen für den verbrecherischen Diebstahl des Trink- und Bewässerungswassers sowie für die Umweltzerstörung sollen vor neutrale Strafgerichte gestellt werden!

 

  • Das Gleiche gilt für diejenigen Angehörigen der Sicherheitsorgane und der Geheimdienste, die die friedlichen Demonstranten ermordeten verwundeten!

 

 

Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. in Deutschland

 

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